6 November 2009

Jagd auf die Besten

Stefan Kołaczkowski, Professor in Krakau, starb am 16. Februar 1940 an den Folgen des KZ-Aufenthalts

Prof. Stefan Kołaczkowski (1887-1940)

Rechnen bis 500, Lesen nicht nötig: Tumbe Arbeitssklaven wollten die Nazis aus den Polen machen und die Bildungselite des besetzten Landes einfach ausrotten. Auch die Professoren der uralten Krakauer Uni sollten sterben – doch Hitlers Schlächter hatten den Erfindungsreichtum der Polen unterschätzt. Von Uwe von Seltmann

Bei Spiegel-Online mehr über die Sonderaktion Krakau, die sich am 6. November zum 70. mal jährt: Am 6. November 1939 verhafteten die Nationalsozialisten in Krakau 183 Professoren und Wissenschaftler. Die meisten der Gelehrten wurden auf internationalen Druck wieder freigelassen.

Prof. Jan Włodek (3.v.r.) mit dem späteren General Władysław Sikorsk (4.v.l.)

Prof. Jan Włodek (3.v.r.) mit dem späteren General Władysław Sikorsk (4.v.l.)

Prof. Maciej Starzewski (1891 bis 1944)

Prof. Maciej Starzewski (1891 bis 1944)

Dank an Franciszek Wasyl vom Archiv der Krakauer Jagiellonen-Universität und an Gabriela Maciejowska, die mich bei der Suche nach Fotos maßgeblich unterstützt haben, sowie an Jerzy Gaweł für Interview und Fotos!

Do zobaczenia
UvS

8 Oktober 2009

Weihnachten im Herzen …

… habe ich bei sonnigen 25 Grad heute wahrlich nicht. Weihnachtlich zumute wird mir auch nicht, wenn ich die ersten Töne von Christmas in the heart höre – Bob Dylans offiziell 47. Album. Am 13. Oktober wird es in den USA veröffentlicht, in Deutschland wohl schon am 9. Oktober.

Dylan and the boys could play this stuff in their sleep, and it sometimes sounds like they do, schreibt die Chicago Tribune. Sagen wir mal so: Das Gute an dem Album ist, dass er alle Erlöse an das World Food Programme der Vereinten Nationen spenden will. Für eine weiteres Urteil brauche ich wohl eine etwas heimeligere Stimmung um mich herum: Kerzen, Lebkuchen, Nebel, Schnee, Glühwein etc. … Bei der dritten Tasse Glühwein, so könnte ich mir vorstellen, würde ich das Album dann sicher richtig gut finden …

Obwohl … vielleicht auch schon vorher … Die Stimme! Es ist die Stimme … Dylan’s voice vertreibt den Kitsch aus dem Weihnachtsgrusel! Zumindest manchmal … Und außerdem spielt er Mundharmonika auf Christmas Blues … Und den Blues, den haben wir doch irgendwie alle …

Frohe Weihnachten :-)
UvS

8 Oktober 2009

In Memoriam Marek Edelman

Marek Edelman

Marek Edelman, der letzte überlebende Anführer des Warschauer Ghettoaufstands, ist tot. Er starb in der Nacht vom 2. zum 3. Oktober in Warschau. Am Freitag, 9. Oktober, um 11 Uhr findet am Denkmal für die Ghettohelden (Pomnik Bohaterów Getta) eine Gedenkfeier für Marek Edelman statt, zu der viele Freunde und Weggefährten erwartet werden. Anschließend gibt es einen Trauermarsch durch die ul. Anielewicza zum Jüdischen Friedhof, wo Edelman neben seinen ehemaligen Kampfgefährten begraben werden soll.

Für die heute erschienene Ausgabe der Jüdischen Allgemeine (Nr 41/2009) habe ich einen Nachruf verfasst und eine kurze Übersicht über die Reaktionen in Polen gegeben. Edelman sei mit „unglaublicher Würde“ durch die „Hölle des Holocaust“ gegangen und durch den „Schlamm der kommunistischen Diktatur“, schrieb beispielsweise Adam Michnik, Chefredakteur der Gazeta Wyborcza. Edelman – geboren 1919 oder 1922 im heute weißrussischen Gomel – war in der Tat eine beeindruckende Persönlichkeit, eine moralische Instanz und ein Vorbild in seinem lebenslangen Engagement für Schwache und Unterdrückte – es gibt niemanden, der seinen Platz einnehmen könnte.

FILES-POLAND-EDELMAN-UPRISING-GHETTOFotos: Dziennik und AFP

Hier noch mein Nachruf: Edelman

Es grüßt
UvS

19 September 2009

Der letzte Jude von Nowy Sącz

Jakub Müller - der letzte Jude von Nowy Sącz

Jakub Müller - der letzte Jude von Nowy Sącz

Von 200 Familienmitgliedern blieb nur er am Leben: Der 89-jährige Jakub Müller ist der letzte Jude im südpolnischen Nowy Sącz. Im Versteck während der Nazi-Besatzung hatte er geschworen, das jüdische Erbe seiner Heimatstadt zu pflegen, sollte er überleben. Wer aber tut es nach ihm? Von Uwe von Seltmann. Hier, bei  Spiegel-Online geht es weiter.

Als Bonus noch ein paar weitere Fotos – alle von Gabriela Maciejowska:

Chassidim - streng glaübige Juden - auf dem Friedhof von Nowy Sącz

Chassidim - streng gläubige Juden - auf dem Friedhof von Nowy Sącz

Jakub Müller und ein junger Chasside aus London

Jakub Müller und ein junger Chasside aus London

Jakub Müller legt sich den Gebetsschal um

Jakub Müller legt sich im Bethaus den Gebetsschal um

Angeregte Gespräche auf dem Jüdischen Friedhof von Nowy Sącz

Angeregte Gespräche auf dem Jüdischen Friedhof von Nowy Sącz - in Jiddisch und Englisch

Jakub Müller in der Mitte

Jakub Müller in der Mitte

Zur Fertigstellung eines Rasthauses auf dem Friedhof, in dem die Besucher unter anderem auch ihre rituellen Reinigungen vornehmen können, fehlen Jakub Müller noch rund 45.000 Euro. Wer ihn unterstützen möchte:
Bank Pekao Nowy Sacz
Swift: PKOPPLPW
I-Ban: PL 94 1240 4748 1111 0000 4876 2542

Es grüßt aus Krakau
UvS

PS: Allen jüdischen Lesern die besten Wünsche für das neue Jahr – Schana Tova 5770!

14 September 2009

In Memoriam Josef Burg

Josef Burg an seinem Schreibtisch

Josef Burg (1912-2009) an seinem Schreibtisch

Josef Burg, 1912 in Wishnitz geboren, war einer der beeindruckendsten Menschen, denen ich begegnet bin. Unvergessen bleiben mir die Besuche in der Wohnung des letzten der jiddischen Dichter von Czernowitz. Mit Burgs Tod am 10. August 2009 ist endgültig das alte Czernowitz erloschen – das „Jerusalem am Pruth“ gibt es nicht mehr. Jetzt bleiben nur noch die Fassaden, die von der einstigen multikulturellen Lebendigkeit des „letzten Vorpostens der k.u.k. Monarchie“ künden. Die heutigen Bewohner, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Weiten der Sowjetunion in die entvölkerte Stadt gezogen sind, und deren Nachkommen wissen nichts von dem reichhaltigen Literaturleben, das Czernowitz zu einem Mythos hat werden lassen: Aharon Appelfeld, Rose Ausländer, Paul Celan, Itzig Manger, Selma Meerbaum-Eisinger, Gregor von Rezzori, Moses Rosenkranz, Elieser Steinbarg und all die anderen Poeten und Literaten, die aus der Bukowina eine Gegend gemacht haben, „in der Menschen und Bücher lebten“ (Paul Celan) – ehe sie von den Nationalsozialisten vertrieben oder ermordet wurden.

Zur Erinnerung an Josef Burg einige Fotos, die im Juli 2006 in seinem Arbeitszimmer aufgenommen wurden (alle Fotos Uwe von Seltmann):

Josef Burg am Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer

Josef Burg am Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer

Josef Burg

Josef Burg beim Signieren

Josef Burg mit seinem Freund Boris Dorfman aus Lemberg

Josef Burg mit seinem Freund Boris Dorfman aus Lemberg

„Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht" – das Lebensmotto von Josef Burg.

„Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht" – das Lebensmotto von Josef Burg.

Josef Burg - ein Leben in Bildern

Josef Burg - ein Leben in Bildern

Es hat mich gefreut, dass Josef Burg noch im Mai der Theodor-Kramer-Preis verliehen worden ist – Burg, dem in der Sowjetunion über Jahrzehnte hinweg das Schreiben erschwert oder gar unmöglich gemacht wurde, hatte längst eine Auszeichnung verdient.

Zu seinem 90. Geburtstag habe ich 2002 ein Porträt über Burg geschrieben: Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht – Der jiddische Dichter Josef Burg verkörpert eine untergegangene Welt. „Ich will nicht der Letzte sein“, hatte er gesagt, „es kann nicht sein, dass Czernowitz untergeht.“

Auch wenn es abgedroschen und pathetisch klingt, aber es stimmt: Ohne Josef Burg ist die Welt ein Stück ärmer geworden. Dem kleinen Hans-Boldt-Verlag ist es zu verdanken, dass Josef Burg weiterlebt – in seinen einzigartigen Dichtungen und Miniaturen.

Es grüßt UvS

22 August 2009

If your grandfather was a murderer … – Interview für BBC World Service

Wenn der Großvater ein Mörder war … Dieser Frage sind Kristine Pommert und Award-winner Michael Ford von BBC World Service nachgegangen – hier in Krakau und speziell in unserem Viertel Kazimierz, in dem einst die meisten der rund 60.000 Krakauer Juden lebten. Das Ergebnis unserer langen Gespräche ist nun weltweit und auch hier zu hören – in einer 28-minütigen Hörfunk-Reportage.

Interview BBC: If your grandfather was a mass murderer, could you handle the guilt and shame?

Mein Englisch hört sich zwar an wie das von Lothar Matthäus oder Berti Vogts – but: I did it :-) Und vor allem: Kristine and Mike did a great job!

Weitere Informationen zur BBC-Sendereihe Heart and Soul hier.

Synopsis

The Hebrew scriptures say that the sins of the fathers will be visited upon the children to the third and fourth generations.

For German journalist and writer Uwe von Seltmann, this has been a lifelong painful reality.

Challenged by an unknown Jewish man at a synagogue in Krakow in Poland, he began to research his grandfather’s Nazi past – and discovered that he had participated in one the greatest atrocities of the Holocaust.

Join Michael Ford as he discovers how Uwe has dealt with the guilt and shame handed down to him by his grandfather – and how it happened that he fell in love with Gabi, the Polish granddaughter of a man who was killed at Auschwitz concentration camp.

Uwe von Seltmann talking to Michael Ford at Remuh synagogue in Krakow, where his story began

Thank You, Kristine and Mike, for a great time together! You really have heart and soul!
UvS

13 August 2009

Meine Stimme gegen Nazis

http://www.meine-stimme-gegen-nazis.de/upload/11/m-s-g-n-banner.gif

Am 30. August wird in Sachsen gewählt, am 27. September finden die Bundestagswahlen statt. Ich möchte auch kommenden Generationen noch in die Augen schauen und nicht auf die Frage „warum hast du damals nichts getan?“ beschämt und schweigend zu Boden blicken.

Deutsche Rechtsextremisten und Nationalsozialisten haben schon genug Unheil angerichtet – wir sollten zeigen, dass in Deutschland für menschenverachtendes und antisemitisches Gedankengut kein Platz ist. Deshalb wähle ich eine demokratische Partei und unterstütze die Aktion Meine Stimme gegen Nazis!

m-s-g-n-logo-800Beste Grüße
UvS

28 Juni 2009

Herzlichen Glückwunsch, Karsten Krampitz!!!

Karsten Krampitz, Preisträger

Karsten Krampitz hat den Publikumspreis der diesjährigen „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt gewonnen. „Es wird kein Krampitzwunder geben“, hieß es noch im Vorfeld in einem taz-Beitrag des früheren Teilnehmers Peter Wawerzinek. Doch das Wunder ist geschehen – mit großem Vorsprung hat das Publikum für den Berliner Schriftsteller votiert. Dass Karsten keinen der Jurorenpreise bekommen würde, war absehbar: Wenn eine Jury moniert, dass ein Autor einen Text lebendig vorträgt und nicht nur vom Papier abliest, zeigt das, wie weit sie von bodenständiger und erdverbundener Literatur entfernt ist. Karsten Krampitz hat den Preis verdient, denn er ist einer der warmherzigsten und feinfühligsten Autoren deutscher Sprache – kurz: ein liebenswerter Mensch. Und er hat eine gehörige Portion Mutterwitz, die leider allzuvielen Zeitgenossen abgeht … In diesem Sinne: Weiter so, lieber Karsten!

Wer seine fesselnde Lesung in Klagenfurt noch einmal sehen und hören möchte: hier klicken.

Es grüßt
UvS

22 Juni 2009

Erinnern an den Holocaust – aber wie?

In der Umgebung von Leipzig hatten die Nationalsozialisten noch 1944 zwei Außenlager des KZs Buchenwald eingerichtet: in Colditz und in Flößberg. Dort mussten über 2500 zumeist jüdische Häftlinge aus Polen und aus Ungarn Zwangsarbeit für die Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (HASAG) leisten und zum Beispiel Panzerfäuste bauen. Einige Hundert dieser Zwangsarbeiter haben Colditz und Flößberg nicht überlebt.

In Colditz gibt es inzwischen eine Gedenkstätte, die an die Ermordeten erinnert, in Flößberg ist sie geplant. Hier ein Foto vom Gedenken in Colditz – eine Kleinstadt, die von Neonazis zur „national befreiten Zone“ erklärt worden ist – nach dem Friedensgebet am 9. Juni 2009 (v.l.n.r. Bürgermeister Manfred Heinz, UvS, Pfarrerin Angela Lau, Pfarrer i.R. Christian Führer):

Friedensgebet mit Christian Führer in ColditzFoto: Frank Schmidt

In Flößberg haben sich engagierte Leute in einer Initaitive zusammengeschlossen, die die Zwangsarbeiter in dem ehemaligen KZ-Außenlager vor dem allgemeinen Vergessen bewahren wollen. Die Geschichtswerkstatt Flößberg e.V. lädt nun ein zu einer Podiumsdiskussion, die am 24. Juni (19.30 Uhr) im Rahmen der Jüdischen Woche (das komplette Programm zum Download: Programm_juedische_woche_2009) in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (Karl-Liebknecht-Straße 145) stattfindet. Der Abend steht unter dem Motto: Erinnern an den Holocaust – aber wie?

Über diese zentrale Frage zur deutschen Geschichte wird ein hochkarätig besetztes Podium diskutieren:

Rolf Isaacsohn (Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig): Gebürtiger Leipziger und Überlebender des Holocaust. 1945 wurde er nach Theresienstadt deportiert. Viele Jahre war er Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

PD Dr. habil. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main): Stellvertretender Direktor des Instituts. Forschungsschwerpunkt im wissenschaftlichen
 Arbeitsbereich Erinnerung und moralische Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig, Historisches Seminar): Professor für Geschichtsdidaktik. Beschäftigt sich mit Fragen des didaktischen Umgangs 
mit der Geschichte der NS-Verbrechen in Schulen und Gedenkstätten.

Prof. Dipl.-Ing. Harald Stricker (HTWK Leipzig, Fachbereich Bauwesen): Professor für Architektur, Schwerpunkt Entwurfsorientierte Denkmalpflege. Maßgeblich
 am Gedenkstättenprojekt in Flößberg beteiligt.

Ich würde mich  – als Moderator des Abends – über Euer/Ihr Kommen freuen!
UvS

2009

PS: Ein weiteres Ereignis wirft sein Licht voraus: Das Jewish Festival in Krakau, das vom 27. Juni bis 5. Juli die Stadt belebt – Infos in englischer Sprache hier.

Und hier ein paar Erinnerungen vom Vorjahr, als die Party auch früh um fünf noch nicht enden wollte … :-)

16 Mai 2009

Marsz tolerancji – Marsch der Toleranz

Rund 500 Lesben, Schwule und Heteros haben heute in Krakau für mehr Toleranz demonstriert (Fotos 1-3) – nichts Besonderes und eigentlich keine News. Wären da nicht die Krakauer Nationalkatholiken, Faschisten und Skinheads (Fotos 5-13). Mit der Toleranz dieser Allianz ist es nämlich nicht weit her: Familie und Vaterland mussten gegen die „Barbarei der Homosexualität“ verteidigt werden – mit Eiern und Tomaten, Plakaten und Parolen für den Schutz der Familie und des polnischen Vaterlandes. Ein hochgerüstetes Polizeiaufgebot (Foto 4) war auch zur Stelle – im Gegensatz zu Moskau heute, wo eine Spezialeinheit der Polizei eine Schwulen-Demo gewaltsam auflöste, haben die Krakauer Gesetzeshüter erfreulicherweise die Teilnehmer der Toleranz-Demonstration geschützt und laut Medienberichten 15 homophobe Krakeeler und Randalierer vorläufig festgenommen. Anders als in den Vorjahren benutzen die Familien- und Vaterlandsverteidiger diesmal allerdings keine Steine, um ihre Gesinnung zu unterstreichen.
Auf dem Plakat des zweiten Fotos steht übrigens ein Bibelvers: Glaube, Liebe, Hoffnung – und die größte unter ihnen ist die Liebe (1. Brief des Apostels Paulus an die Korinther, Kapitel 13, Vers 13).

Ein paar optische Eindrücke:

Marsch der Toleranz, Krakau, 16.05.09

Marsch der Toleranz, Krakau, 16.05.09

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau, 16.05.09

Marsch der Toleranz, Krakau, 16.05.09

Marsch der Toleranz, KrakauMarsch der Tolernz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Marsch der Toleranz, Krakau

Ja, wie man sieht: Die Hüter von Moral und Glauben, die Schützer der Familie und die Verteidiger des Vaterlandes sind äußerst angenehme Zeitgenossen, denen man gerne seine Kinder zur Erziehung anvertraut. Und die Europaflagge zu verbrennen – das macht doch richtig Spaß! Immerhin sind die polnischen Faschos noch als solche zu erkennen und verstecken sich nicht wie in Deutschland hinter Anzug und Krawatte oder schwarzen Kapuzenjacken.

Welche Karriere polnische Rechtsextremisten machen können und welches Erbe die Kaczyński-Brüder hinterlassen haben, zeigt das Beispiel des öffentlich-rechtlichen Fernsehens TVP in Polen: Der Chef heißt Piotr Farfał und ist ein ausgewiesener Antisemit und „Ex-Neonazi“ (das darf mit Erlaubnis der Gerichte geschrieben werden), der früher gerne die Hand zum Hitler-Gruß hob – ein kurzes Porträt hier. Dass es aber auch erfreulich viele couragierte Demokraten gibt, die dagegen protestieren, stimmt optimistisch: hier ein Hintergrundbericht des Deutschlandfunks.

Do zobaczenia
UvS

PS: Der erste und zweite Satz des zweiten Absatzes waren ironisch gemeint.