Monatsarchiv: Juni 2008

Noch ist Polen nicht verloren …

… auch wenn Podolski den Polen eine schmerzliche Niederlage bereitet hat. Zwei Seelen, so war danach des öfteren zu hören und zu lesen, sollen in des gebürtigen Polen Brust geschlagen haben. Vielleicht hätte er, um seine Seelen in Einklang zu bringen, statt des 2:0 lieber ein Eigentor zum 1:1 schießen sollen?

Ich hab das Spiel übrigens an einem neutralen Ort verfolgt: fernab von allem deutschtümelnden Gegröle im Biergarten einer Pizzeria in der Dresdner Neustadt, dazu ein tschechisches Bier trinkend – mutterseelenallein mit meinem polnischen Fähnchen. Selten sind mir – vor allem von der Damenwelt – so viel mütterlich-mitleidig-besorgte Blicke zugeflogen. Ich hab allerdings so getan, als ob ich kein Deutsch verstehe, und mich alsbald auf den Heimweg ins Hotel begeben.

Noch ist Polen nicht verloren – die polnische Hymne:

Es grüßt, mal wieder aus Leipzig
UvS

PS: Hoffentlich kriegen heute Abend die Italiener eins auf die Mütze!

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Vorspiel …

…könnte man das nennen, was einige der polnischen Boulevardzeitungen in den letzten Tagen hier fabriziert haben. Vor der Begegnung von elf Polen und elf Deutschen am Sonntag im österreichischen Urlaubsort Klagenfurt kommen Fakt und Super Express ihrem Bildungsauftrag nach und erinnern an die glorreiche Schlacht des polnisch-litauischen Heeres gegen die deutschen Kreuzritter, die offensichtlich damals schon preußische Pickelhauben getragen haben. Die Schlacht war 1410 bei Grunwald. Der polnische Heeresführer der Gegenwart trägt den Namen Leo Beenhakker und kommt aus Holland. Er wird aufgefordert, die Schlacht bei Grunwald zu wiederholen und einen Trabant zu demolieren – was bei den Papp-Karossen kein größeres Problem sein dürfte. Fakt ist übrigens im Besitz eines deutschen Verlages, des Axel-Springer-Verlages.

Super Express konnte die Kollegen von Fakt natürlich nicht alleine kämpfen lassen und hat den deutsch-polnischen Krieg ausgerufen: Leo, gib uns ihre Köpfe! Gestützt wird die Forderung nach einem blutrünstigen Spektakel mit den Ergebnissen einer Umfrage eines Radio-Senders, was einen guten Deutschen ausmache. Den gebe es gar nicht, so das Ergebnis.

Zu unser aller Glück ist Leo Beenhakker – Wortspiele mit seinem Namen verbieten sich hier – jedoch ein guter Holänder, der andere Interessen hat, als Deutsche zu köpfen.

Fast könnte man es vergessen: Bei der Begegnung von elf Deutschen und elf Polen handelt es sich um ein Fußballspiel. Und da gilt noch immer die alte Fußballer-Weisheit: Die Wahrheit liegt aufm Platz.

No to pa pa i do zobaczenia
UvS

PS: Zitat eines polnischen Freundes: „Wir werden sowieso verlieren, da können wir auch mal political incorrect sein.“

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