Monatsarchiv: Juni 2009

Herzlichen Glückwunsch, Karsten Krampitz!!!

Karsten Krampitz, Preisträger

Karsten Krampitz hat den Publikumspreis der diesjährigen „Tage der deutschsprachigen Literatur“ in Klagenfurt gewonnen. „Es wird kein Krampitzwunder geben“, hieß es noch im Vorfeld in einem taz-Beitrag des früheren Teilnehmers Peter Wawerzinek. Doch das Wunder ist geschehen – mit großem Vorsprung hat das Publikum für den Berliner Schriftsteller votiert. Dass Karsten keinen der Jurorenpreise bekommen würde, war absehbar: Wenn eine Jury moniert, dass ein Autor einen Text lebendig vorträgt und nicht nur vom Papier abliest, zeigt das, wie weit sie von bodenständiger und erdverbundener Literatur entfernt ist. Karsten Krampitz hat den Preis verdient, denn er ist einer der warmherzigsten und feinfühligsten Autoren deutscher Sprache – kurz: ein liebenswerter Mensch. Und er hat eine gehörige Portion Mutterwitz, die leider allzuvielen Zeitgenossen abgeht … In diesem Sinne: Weiter so, lieber Karsten!

Wer seine fesselnde Lesung in Klagenfurt noch einmal sehen und hören möchte: hier klicken.

Es grüßt
UvS

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Erinnern an den Holocaust – aber wie?

In der Umgebung von Leipzig hatten die Nationalsozialisten noch 1944 zwei Außenlager des KZs Buchenwald eingerichtet: in Colditz und in Flößberg. Dort mussten über 2500 zumeist jüdische Häftlinge aus Polen und aus Ungarn Zwangsarbeit für die Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (HASAG) leisten und zum Beispiel Panzerfäuste bauen. Einige Hundert dieser Zwangsarbeiter haben Colditz und Flößberg nicht überlebt.

In Colditz gibt es inzwischen eine Gedenkstätte, die an die Ermordeten erinnert, in Flößberg ist sie geplant. Hier ein Foto vom Gedenken in Colditz – eine Kleinstadt, die von Neonazis zur „national befreiten Zone“ erklärt worden ist – nach dem Friedensgebet am 9. Juni 2009 (v.l.n.r. Bürgermeister Manfred Heinz, UvS, Pfarrerin Angela Lau, Pfarrer i.R. Christian Führer):

Friedensgebet mit Christian Führer in ColditzFoto: Frank Schmidt

In Flößberg haben sich engagierte Leute in einer Initaitive zusammengeschlossen, die die Zwangsarbeiter in dem ehemaligen KZ-Außenlager vor dem allgemeinen Vergessen bewahren wollen. Die Geschichtswerkstatt Flößberg e.V. lädt nun ein zu einer Podiumsdiskussion, die am 24. Juni (19.30 Uhr) im Rahmen der Jüdischen Woche (das komplette Programm zum Download: Programm_juedische_woche_2009) in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (Karl-Liebknecht-Straße 145) stattfindet. Der Abend steht unter dem Motto: Erinnern an den Holocaust – aber wie?

Über diese zentrale Frage zur deutschen Geschichte wird ein hochkarätig besetztes Podium diskutieren:

Rolf Isaacsohn (Israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig): Gebürtiger Leipziger und Überlebender des Holocaust. 1945 wurde er nach Theresienstadt deportiert. Viele Jahre war er Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.

PD Dr. habil. Werner Konitzer (Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main): Stellvertretender Direktor des Instituts. Forschungsschwerpunkt im wissenschaftlichen
 Arbeitsbereich Erinnerung und moralische Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Prof. Dr. Alfons Kenkmann (Universität Leipzig, Historisches Seminar): Professor für Geschichtsdidaktik. Beschäftigt sich mit Fragen des didaktischen Umgangs 
mit der Geschichte der NS-Verbrechen in Schulen und Gedenkstätten.

Prof. Dipl.-Ing. Harald Stricker (HTWK Leipzig, Fachbereich Bauwesen): Professor für Architektur, Schwerpunkt Entwurfsorientierte Denkmalpflege. Maßgeblich
 am Gedenkstättenprojekt in Flößberg beteiligt.

Ich würde mich  – als Moderator des Abends – über Euer/Ihr Kommen freuen!
UvS

2009

PS: Ein weiteres Ereignis wirft sein Licht voraus: Das Jewish Festival in Krakau, das vom 27. Juni bis 5. Juli die Stadt belebt – Infos in englischer Sprache hier.

Und hier ein paar Erinnerungen vom Vorjahr, als die Party auch früh um fünf noch nicht enden wollte … 🙂

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