Monatsarchiv: September 2009

Der letzte Jude von Nowy Sącz

Jakub Müller - der letzte Jude von Nowy Sącz

Jakub Müller - der letzte Jude von Nowy Sącz

Von 200 Familienmitgliedern blieb nur er am Leben: Der 89-jährige Jakub Müller ist der letzte Jude im südpolnischen Nowy Sącz. Im Versteck während der Nazi-Besatzung hatte er geschworen, das jüdische Erbe seiner Heimatstadt zu pflegen, sollte er überleben. Wer aber tut es nach ihm? Von Uwe von Seltmann. Hier, bei  Spiegel-Online geht es weiter.

Als Bonus noch ein paar weitere Fotos – alle von Gabriela Maciejowska:

Chassidim - streng glaübige Juden - auf dem Friedhof von Nowy Sącz

Chassidim - streng gläubige Juden - auf dem Friedhof von Nowy Sącz

Jakub Müller und ein junger Chasside aus London

Jakub Müller und ein junger Chasside aus London

Jakub Müller legt sich den Gebetsschal um

Jakub Müller legt sich im Bethaus den Gebetsschal um

Angeregte Gespräche auf dem Jüdischen Friedhof von Nowy Sącz

Angeregte Gespräche auf dem Jüdischen Friedhof von Nowy Sącz - in Jiddisch und Englisch

Jakub Müller in der Mitte

Jakub Müller in der Mitte

Zur Fertigstellung eines Rasthauses auf dem Friedhof, in dem die Besucher unter anderem auch ihre rituellen Reinigungen vornehmen können, fehlen Jakub Müller noch rund 45.000 Euro. Wer ihn unterstützen möchte:
Bank Pekao Nowy Sacz
Swift: PKOPPLPW
I-Ban: PL 94 1240 4748 1111 0000 4876 2542

Es grüßt aus Krakau
UvS

PS: Allen jüdischen Lesern die besten Wünsche für das neue Jahr – Schana Tova 5770!

Advertisements

2 Kommentare

Eingeordnet unter 1, Allgemeines, Blogroll

In Memoriam Josef Burg

Josef Burg an seinem Schreibtisch

Josef Burg (1912-2009) an seinem Schreibtisch

Josef Burg, 1912 in Wishnitz geboren, war einer der beeindruckendsten Menschen, denen ich begegnet bin. Unvergessen bleiben mir die Besuche in der Wohnung des letzten der jiddischen Dichter von Czernowitz. Mit Burgs Tod am 10. August 2009 ist endgültig das alte Czernowitz erloschen – das „Jerusalem am Pruth“ gibt es nicht mehr. Jetzt bleiben nur noch die Fassaden, die von der einstigen multikulturellen Lebendigkeit des „letzten Vorpostens der k.u.k. Monarchie“ künden. Die heutigen Bewohner, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Weiten der Sowjetunion in die entvölkerte Stadt gezogen sind, und deren Nachkommen wissen nichts von dem reichhaltigen Literaturleben, das Czernowitz zu einem Mythos hat werden lassen: Aharon Appelfeld, Rose Ausländer, Paul Celan, Itzig Manger, Selma Meerbaum-Eisinger, Gregor von Rezzori, Moses Rosenkranz, Elieser Steinbarg und all die anderen Poeten und Literaten, die aus der Bukowina eine Gegend gemacht haben, „in der Menschen und Bücher lebten“ (Paul Celan) – ehe sie von den Nationalsozialisten vertrieben oder ermordet wurden.

Zur Erinnerung an Josef Burg einige Fotos, die im Juli 2006 in seinem Arbeitszimmer aufgenommen wurden (alle Fotos Uwe von Seltmann):

Josef Burg am Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer

Josef Burg am Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer

Josef Burg

Josef Burg beim Signieren

Josef Burg mit seinem Freund Boris Dorfman aus Lemberg

Josef Burg mit seinem Freund Boris Dorfman aus Lemberg

„Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht" – das Lebensmotto von Josef Burg.

„Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht" – das Lebensmotto von Josef Burg.

Josef Burg - ein Leben in Bildern

Josef Burg - ein Leben in Bildern

Es hat mich gefreut, dass Josef Burg noch im Mai der Theodor-Kramer-Preis verliehen worden ist – Burg, dem in der Sowjetunion über Jahrzehnte hinweg das Schreiben erschwert oder gar unmöglich gemacht wurde, hatte längst eine Auszeichnung verdient.

Zu seinem 90. Geburtstag habe ich 2002 ein Porträt über Burg geschrieben: Eine Stunde zur Nacht ist noch nicht Nacht – Der jiddische Dichter Josef Burg verkörpert eine untergegangene Welt. „Ich will nicht der Letzte sein“, hatte er gesagt, „es kann nicht sein, dass Czernowitz untergeht.“

Auch wenn es abgedroschen und pathetisch klingt, aber es stimmt: Ohne Josef Burg ist die Welt ein Stück ärmer geworden. Dem kleinen Hans-Boldt-Verlag ist es zu verdanken, dass Josef Burg weiterlebt – in seinen einzigartigen Dichtungen und Miniaturen.

Es grüßt UvS

Ein Kommentar

Eingeordnet unter 1, Allgemeines, Blogroll