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Do widzenia Krakowie – Farewell Kraków – Auf Wiedersehen, Krakau – blayb gezunt mir, kroke – בלײַב געזונט מיר, קראָקע

_DSC5181For everything there is a season, says Kohelet (Ecclesiastes), the first of my Holy Trinity of poets ever. There‘s a time to come and a time to leave. For Gabi & me the time has come to leave – and to say farewell to Kraków. Or more precisely: to Kraków‘s district Kazimierz. The Jewish district was our home for twelve years and we are grateful for each day we could spend in this both tragic and magic place. There were good times and there were difficult times – for sure, it was never boring. It happened that my book about the Yiddish poet and singer-songwriter Mordechai Gebirtig (1877-1942), the great son of Kazimierz, became my farewell gift to Kraków – my gift to my father‘s place of birth.

When I came to Kraków for the first time, exactly 30 years ago in 1989, I was told: „Don’t enter Kazimierz! You won’t know whether you’ll come back dead or alive!“ Of course, I ignored the warning and I entered Kazimierz. And I survived. And I came back, again and again, until I settled in Kazimierz. But, as Bob Dylan – the second of the Holy Trinity of poets ever – says: the times, they are a‘changin‘. The times have changed, Kazimierz has changed, we have changed – and now the time has come to move and to go somewhere else.

I‘m a writer, not a singer. But if I could sing, I would join Leonard Cohen – the third of my Holy Trinity – in singing:
There’s a blaze of light in every word
It doesn’t matter which you heard
The holy or the broken Hallelujah

I leave Kazimierz with nothing on my tongue but Hallelujah. I don’t know yet if it‘s broken or holy. I did my best, but it wasn’t much. But what I do know is: Our time in Kazimierz was – to say it in my favorite language Yiddish: bashert.

Blayb gezunt mir, kroke …

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Brandneu und brandaktuell: Es brennt – Mordechai Gebirtig

Wenn die Geschichte anders verlaufen wäre und nicht Millionen Juden mitsamt ihrer Kultur vernichtet worden wären, so der italienische Künstler Rudi Assuntino, wäre der jiddische Dichter Mordechai Gebirtig heute so populär wie die Gershwin-Brüder. Gebirtig, auch der »Vater des jiddischen Liedes« genannt, wurde 1942 im Krakauer Ghetto von Nationalsozialisten ermordet. Doch rund 170 seiner Gedichte und Lieder haben die Shoah überlebt. Heute wie damals sind sie ein bedeutendes Zeugnis jüdisch-europäischer Kultur und werden weltweit von namhaften Künstlern gesungen und interpretiert. Gebirtigs bekanntestes Lied S’brent (Es brennt) war während der NS-Zeit die inoffizielle Hymne jüdischer Widerstandskämpfer, heute wird es in Israel zu jedem Holocaust-Gedenktag angestimmt.

Es brennt ist die erste deutschsprachige Biografie Mordechai Gebirtigs – eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. Viele Lieder Gebirtigs habe ich zum  ersten Mal ins Deutsche übertragen. Aus Archiven in Europa, Israel und den USA habe ich zahlreiche neue Entdeckungen zu Leben und Werk des Krakauer Poeten zusammengetragen. Liedbeispiele, Fotos, Zeitdokumente und Faksimiles illustrieren dieses Buch und machen es für Einsteiger wie Kenner zu einer faszinierenden Reise ins Jiddischland.

For English please scroll down.

Uwe von Seltmann – Es brennt – Kapitel 1

Interview_Es-brennt

Weitere Informationen beim homunculus-Verlag.

Ein Auszug aus dem Buch auch in der Wochenzeitung Der Sonntag.

Stimmen

»Eine monumentale Biografie Gebirtigs. … Diese bis ins letzte Bilddokument überreiche, mit Liebe zusammengestellte Biografie führt vor, wie der Volkssänger Gebirtig in diesen Kreisen wie ein Heiliger verehrt wurde … dass damit dem vergessenen Gebirtig späte Ehre zuteil wird, ist nicht genug zu loben.« – Dirk Schümer in der Literarischen Welt vom 26.01.2019

»Gebirtigs Lebensgeschichte wird von Uwe von Seltmann auf eindrucksvolle Weise erzählt, mit unzähligen Details, die er in Archiven gefunden hat, mit vielen Fotos, Dokumenten und Faksimiles, mit Liedern und Gedichten, die hier teilweise erstmals in deutscher Übersetzung präsentiert werden. Und dennoch passt die Bezeichnung ›Biographie‹ zu diesem vierhundert Seiten starken, großformatigen Band nur bedingt. Es ist vielmehr eine literarische ›Reise ins Jiddischland‹, wie Seltmann es selbst bezeichnet, die von seiner Entwicklung und deren politischen Hintergründen, den Sitten, der Sprache und Atmosphäre erzählt.« – Marta Kijowska in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 06.02.2019

»Es ist bereichernd, es ist erschütternd zu lesen und es inspiriert zu einer Exkursion in das Jiddischland, auch wenn man damit noch nicht vertraut ist. Ein reiches Buch, ein sehr schönes Buch. … Ein Mosaik, das in die Zeit zurück führt und durch die emotionale Verbindung auch eine ganz besondere historische Tiefenschärfe erlaubt.« – SRF 2019

»Uwe von Seltmann entwirft mit Es Brennt! nicht nur ein beeindruckendes Panoptikum einer vergangenen Zeit, sondern einen sehr eindrücklichen Appell, diese Zeiten nicht zu unserer eigenen Gegenwart zu machen. … Sowohl typografisch, als in der Platzierung von Bildmaterial sowie im Umgang mit Lesefluss ein Buch-Highlight.« – Simone Scharbert (Fixpoetry.com) 2018

»Von Seltmann hat intensiv recherchiert, weltweit Zeitzeugen und Dokumente aufgespürt sowie viele von Gebirtigs Liedern erstmals ins Deutsche übersetzt – wobei er die jiddische Version immer dazu abdruckt und so einen reichen Eindruck dieser heute praktisch nicht mehr gesprochenen Sprache gibt. Daraus webt er ein umfassendes Bild, das den Dichter als Arbeiter-Revolutionär im Kampf um menschenwürdige Lebensbedingungen, als feinfühligen Melancholiker, als sprachmächtigen Bewahrer seiner jiddischen Muttersprache und als zähen Kämpfer für die reiche Kultur der jüdischen Bevölkerung zeigt. … Entstanden ist ein echtes Fundstück, nicht nur für Klezmer-Liebhaber und Gebirtig-Kenner.« – Nürnberger Nachrichten vom 17.12.2018

»Es scheint nicht übertrieben, wenn von Seltmanns Buch als Pionierarbeit bezeichnet wird. Akribisch hat der Autor Archive in Europa, Israel und den USA nach Zeugnissen aus dem Leben Gebirtigs durchforstet. … Ein Versuch, das Vermächtnis von Mordechai Gebirtig und die jiddische Sprache vor dem Vergessen zu bewahren.« – Jüdische Allgemeine 2019

»Dieses Buch ist ein Lebenswerk über ein Lebenswerk und ein Leben.« – Inskriptionen 2019

»Mordechai Gebirtig hat als Liedermacher der Nachwelt ein einzigartiges Werk hinterlassen: Er hat über 40 Jahre lang das jüdische Leben in Osteuropa in allen Facetten des Alltags, von Sorgen um das tägliche Brot über Sehnsucht nach dem goldenen land bis hin zum Widerstand gegen den Faschismus in Liedern und Gedichten zum Ausdruck gebracht, die folkstimlikh im wahrsten Sinnes des Wortes sind. Uwe von Seltmann ist es in herausragender Weise gelungen, Leben, Leiden und Werk des Mordechai Gebirtig so zu erzählen, dass der Leser bereits nach den ersten Sätzen sich auf einer Reise ins yiddish land befindet. 200 abgedruckte Liedbeispiele verleihen dem zinger fun noyt eine Stimme und machen dieses großartige Buch zu einem Standardwerk des jiddischen Liedes und des jüdischen Lebens in kroke.« – Dr. Bertram Nickolay, Berlin, Initiator und Mit-Herausgeber der Jiddisch-Musik Anthologie Sol Sajn

»Es brennt ist ein wichtiges und wunderbares Buch, das mir sehr nahe gegangen ist. Über die unfassbare Tragik des Lebens von Mordechai Gebirtig und des osteuropäischen Judentums hinaus ist es ein Zeugnis eines wunderbaren Menschen. Gebirtigs ganz andere Vorstellung von Vergeltung und seine tiefe Liebe zu den Menschen sind tief beeindruckend. Bisweilen haben mich Gebirtigs einfühlsame Texte und Melodien an Gundermann erinnert, der ebenfalls ein einfacher Arbeiter war und zugleich doch so weise. Gratulation zu einem Buch, das auch von der Aufmachung her sehr hochwertig ist.« – Stefan Seidel, Leitender Redakteur Der Sonntag (Leipzig)

»Uwe von Seltmann lässt Mordechai Gebirtig in seiner Biografie wieder lebendig werden.« – Der Gäubote (Herrenberg)

»Uwe von Seltmann hat ein wunderbares Buch über Mordechai Gebirtig und seine Lebenswelt geschrieben. Er zeichnet nicht nur die Biografie des großen Liedermachers nach, sondern macht auch Zusammenhänge, Hintergründe, Vernetzungen, soziale Verhältnisse und historische Entwicklungen deutlich. Ich habe selten ein Buch zur jüdischen Geschichte in Osteuropa gelesen, dem es so eindrücklich gelungen ist, die Atmosphäre im Jiddischland spürbar werden zu lassen. Das Buch klärt auf – und geht zugleich zu Herzen.« – Prof. em. Dr. Heiko Haumann, Departement Geschichte, Universität Basel

»Uwe von Seltmann hat das Leben eines Mannes der drohenden Vergessenheit entrissen, der nicht zuletzt mit seinen Liedern anderen Hoffnung gab. Selbst im Ghetto schrieb Gebirtig bis kurz vor seinem Tod weiter. Von Seltmann will nicht nur an Gebirtig erinnern, sondern an die reiche jiddische Kultur insgesamt.« – Märkische Oderzeitung (Frankfurt/Oder)

»Eine Pionierarbeit und ein Buch gegen das Vergessen. Liedbeispiele, Fotos, Zeitdokumente und Faksimiles illustrieren dieses Buch und machen es für Einsteiger und Kenner zu einer faszinierenden Reise ins Jiddischland.« – Reutlinger General-Anzeiger

»Das wunderbare Buch über Mordechai Gebirtig hat mich berührt und belehrt zugleich. Es erweckt anhand der Lebensgeschichte und des Werkes dieses großartigen Dichters eine in Europa weitgehend untergegangene Welt wenigstens in Buchform wieder zum Leben. Ich bin stark beeindruckt von der Tiefe der Recherchen und der dennoch sehr eingängigen Art der Darstellung. Auch die Aufmachung des Buches mit zahlreichen zeitgenössischen und aktuellen Illustrationen sowie vielen Liedbeispielen ist sehr gelungen.« – PD Dr. Tobias Weger (IKGS München)

Born in 1877 in the Jewish district of Kazimierz in Kraków, Mordechai Gebirtig was killed by Germans in the Kraków Ghetto on June 4, 1942. Making a living working as a carpenter, he saw himself as a zinger fun noyt (Singer of need). His best-known song, s’brent, undzer shtetl brent (It’s Burning, Our Town Is Burning) – a prophetic vision of the nightmare to come – was the unofficial hymn of the ghetto uprisings and the Jewish partisans. S’brent and other songs like kinder-yorn, arbetloze-marsh, or blayb gezunt mir, kroke have survived the Shoah and are performed to this day by renowned artists from all over the world. Gebirtig’s legacy chronicles not only melodies and lyrics, but also descriptions of Jewish life in Poland, recounting struggles with poverty, hunger, violence, despair and resistance.

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Mordechai Gebirtig – Es brennt (S’brent)

Please support the great homunculus publishing house!

https://www.startnext.com/es-brennt

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A German-Polish Love Story

“Anything that has not been suffered and solved to the end will return.“ A German-Polish Love Story. Feature by Judith Brandner (in German)

Read more and listen: http://oe1.orf.at/programm/456049

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Help us to honor Mordechai Gebirtig!

ja-gebirtig

Zum Weiterlesen bitte hier klicken: ja-38-16-seite-03-gebirtig!

“If history had been different, if several million Jews had not been exterminated and their culture canceled from the face of the earth, Gebirtig clearly today would be as important as the Gershwin brothers.”
Rudi Assuntino

Boris Dorfman, the hero of our documentary Boris Dorfman – A mentsh, sings a song written by one of the greatest poets ever: Mordechai Gebirtig (1877 – 1942). The beautiful and touching Kinder-yorn is one of the approx. 160 poems and songs by Gebirtig which survived the Shoa. We want to remember and honor the life and legacy of the quite unknown and even forgotten Yiddish Superstar.

Why not doing it together?

It’s the perfect time: In 2017, we will commemorate the 140th anniversary of birth and the 75th anniversary of death of “the most beloved Yiddish folk poet and composer“ (Sean Martin).

Please support the Mordechai Gebirtig Project and donate (tax deductible) to:
Weiterdenken e.V. – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
IBAN: DE73 4306 0967 1183 0763 00
BIC: GENO DE M1 GLS (GLS-Bank)
Purpose: Gebirtig

Of course, we’ll show our deepest gratitude to all donators!

Please contact me for further information: Uvseltmann@gmail.com

And save the date: Görlitz, Apollo-Theater, 19.06.2016, 19:00:
http://www.synagoge-goerlitz.de/2016/05/12/ich-hatte-einen-suessen-traum-eine-multimedia-show-mit-uwe-von-seltmannmordechai-gebirtig-dem-vater-des-jiddischen-volkslieds-zum-75-todestag-apollo-19-juni-19/

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“Gebirtig’s life symbolizes the tragic life of the Kraków Jewry, its rich Jewish and Yiddish culture which blossomed within the Christian society and which was murderously put to an end by the Nazi occupants of Poland.“
Elwira Grözinger

https://www.facebook.com/borisdorfmanfilm
http://www.film.krakow.pl/gebirtig-eng.html

Please support the Mordechai Gebirtig Project and donate (tax deductible) to:
Weiterdenken e.V. – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
IBAN: DE73 4306 0967 1183 0763 00
BIC: GENO DE M1 GLS (GLS-Bank)
Purpose: Gebirtig

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New: The Mordechai Gebirtig Project

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In 2017, we will commemorate the 140th anniversary of birth and the 75th anniversary of murder of Mordechai Gebirtig (1877 – 1942). We would like to invite all people to remember and honor the life and legacy of the great Yiddish poet and singer and bring him back to the public awareness.

Premiere of our Multimedia Show „Ikh hob gehat a zisn kholem – I had a sweet dream“ at 25th Krakow Jewish Culture Festival:

Date: 30 June, 9 pm

Venue: Galicia Jewish Museum, Kraków, ul. Dajwór 18

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„Boris Dorfman – A mentsh“ at International Film Festival „Jewish Motifs“ in Warsaw (08-10 May 2015)

We had a great time – thank you so much for inviting us to Warsaw!

The Catalogue

Yewish Motifs CatalogueYewsih Motifs Film Festival

The Directors Gabriela & Uwe von Seltmann

Yewish Motifs Q&A2

Yewish Motifs Q&A1Yewish Motifs Q&A3

Mordechai Gebirtig was with us – Info about our new project here (soon more):

http://www.film.krakow.pl/gebirtig-eng.html

The Cinema

Yewish Motifs Kino Muranów

The Audience – Full House and great Q&A!

Yewish Motifs Film

Fotos: UvS, Festival, Jay Raucher-Osborn

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TVP KULTURA, 25.03.2015, 17.15 h: Boris Dorfman – A mentsh

Our awarded Yiddish film “Boris Dorfman – A mentsh“ in Polish TV!

Dokument w jidysz opowiadający o żydowskim Lwowie.
"Boris Dorfman - A Mentsh" jest filmem w języku jidysz

 „Boris Dorfman – A Mentsh“ jest filmem w języku jidysz. Nakręcony we Lwowie, stanowi pierwszą część planowanej „żydowskiej trylogii“ (Lwów, Tel Awiw, Nowy Jork).

Yiddish Oskar 2014
Festival Lodz - Urkunde
Foto 1
Gabriela von Seltmann, Uwe vS & Anna Rozenfeld with Medal

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A mentsh in Görlitz

Herzlich willkommen – zapraszamy – welcome – ברוכים־הבאים

A mentsh - Görlitz

 

 

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YIDDISH OSKAR 2014 for “Boris Dorfman – A mentsh“

Yiddish Oskar 2014

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